Osteuropaeische-Pflegerin

Kurzinterview mit der polnischen Betreuerin, Frau Maria Gradkowska.

Berlin, 01.03.2017

Warum haben Sie die Entscheidung getroffen in der Pflegebranche tätig zu sein?

Frau Gradkowska: Ich war schon immer eine Person, die den älteren Menschen gerne geholfen hat. Bevor ich mich professioneller mit der Betreuung auseinandergesetzt habe, habe ich mich um meine Familienangehörigen gekümmert und festgestellt, dass ich das sehr gerne auch beruflich machen würde. Die Firma Pervita24 hat mir dies ermöglicht, ich habe eine kostenlose Schulung besucht und besitze jetzt die Grundkenntnisse der deutschen Sprache.

Warum betreuen Sie die Menschen in Deutschland und nicht in Polen?

Frau Gradkowska: Eine Pflegekraft in Polen verdient netto 350 Euro, ich meine ich mag diesen Beruf, ich muss aber noch irgendwie leben können, in Deutschland bekomme ich zirka 1250 netto raus und habe keine Lebensunterhaltungskosten während ich die Tätigkeit in Deutschland ausübe.

Erzählen sie bitte von der ersten beruflichen Reise nach Deutschland

Frau Gradkowska: O ja, das war sehr stressig aber dann doch sehr aufregend zugleich. Ich wusste nicht, wie die Familie mich empfängt, ob die zu betreuende Person mich akzeptiert und ob sie anhand meiner Leistungen auch zufrieden sein wird.

Es hat sich aber rausgestellt, dass die Familie mich sehr positiv empfangen hat. Schon ab dem Betreten des Hauses wusste ich, dass ich es hier mit sehr liebenswürdigen Menschen zu tun habe. Nach einer Woche ist dann auch eine gewisse Routine eingekehrt. Ich hatte wirklich sehr viel Glück, dass ich gleich bei dem ersten Auftrag eine so nette Familie getroffen habe.

Sie verbringen sehr viel Zeit in Deutschland, vermissen Sie nicht Ihre Familie, Freunde und das eigene Heim?

Frau Gradkowska: Ja natürlich ist es nicht leicht, ich halte aber per Facebook oder Skype die sozialen Kontakte aufrecht, ich kommuniziere auch mit Freundinnen die ebenfalls in Deutschland die 24 Stunden Betreuung ausüben und was man nicht vergessen soll, ich bin eigentlich trotz dieser Form der Arbeit, fast ein halbes Jahr in Polen, praktisch 2 Monate Arbeit und 2 Monate habe ich dann frei.

Haben Sie Kontakt zu der Familie in Deutschland während Sie  in Polen Ihren Urlaub machen?

Frau Gradkowska: Unterschiedlich, hängt von der Familie ab. Bei der aktuellen Familie ist der Kontakt gut obwohl die Familienangehörigen im Ausland leben. Die zu betreuende Person selbst, hat nach letztem Schlaganfall deutliche Sprachstörung, somit ist die Kommunikation auch vor Ort nur bedingt möglich.

Betreuen Sie immer die gleiche Familie ?

Frau Gradkowska: So lange die Familie und die zu betreuende Person es möchte, dass ich wieder komme, dann komme ich auch gerne zurück.

Momentan arbeite ich jetzt als polnische Betreuerin in Deutschland seit zirka 3,5 Jahren und bin jetzt bei der zweiten Familie. Leider sterben die Menschen oder müssen stationär behandelt werden, dann endet ja die Betreuung automatisch.

Baut man eine persönliche Beziehung zu den Personen die man betreut auf ?

Frau Gradkowska: Ja natürlich, man verbringt doch sehr viel Zeit zusammen.

Sie haben schon jetzt gewisse Erfahrung als Betreuungskraft in Deutschland gesammelt, haben Sie vielleicht irgendwelche Tipps für andere Damen in Polen, die auch mit dem Gedanken spielen in Deutschland als Betreuungskraft  zu arbeiten?

Frau Gradkowska: Eigentlich nur Eins, fühlt euch bitte bei der Familie wie zu Hause aber vergisst nicht, dass ihr zu Gast seid:-)

Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen für Ihre Zeit und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.

Frau Gradkowska: Kein Problem, habe ich doch gern gemacht, Ihnen auch alles Gute